Kapitel 2

Kampf der Trampeltiere

 

>>Uohh!<<, schrie ich, als Meister Skywalker meine linke Schwerthand bedrohte.
>>Du vernachlässigst deine Deckung!!!<<, erwiderte er mit einem maliziösem Lächeln und gab mir einen gepfefferten Klaps mit dem Übungslichtschwert. Meine Hüfte brannte wie Feuer und ich hatte schon einige unansehnliche blaue Flecken davongetragen. Niedergeschlagen griff ich wieder an. Diesmal aber mit Makashi, einer wendigen Lichtschwertform, die zwar sehr umstritten, aber außerordentlich mobil war.
Meister Skywalker parierte mit seinem eigenen aggressiven Abwehreinlagen und hatte mich schon wieder erfolgreich abgeblockt. Ich grummelte verärgert. Anakin Skywalker war nicht nur weise und stark, er war auch noch ausgesprochen hartnäckig. Ein echter Djem So Stilist. Mir rutschte fast das Herz in die Traininghose und ich riss meinen geliehenen Übungssäbel hoch und blockte die drohende Klinge, die im ernsthaften Kampf meinen Kopf abschneiden könnte. Als sein nach Ozon riechendes Übungsschwert meinem Hals erneut gefährlich nahe kam sprang ich zurück und ging in Verteidigungsstellung.
Mit der Offensive komme ich hier nicht weiter, dachte ich nervös und wich noch einen Schritt zurück. Ich biss die Zähne zusammen und grinste. Da blieb mir nur die Defensive, überlegte ich schließlich und drehte mich um. Ehe Meister Skywalker auch nur irgendetwas sagen konnte war ich schon mit einem Machtschub auf die Kampfarenabalustrade gesprungen. Von hier sollte er ruhig versuchen mich anzugreifen, ging es mir schadenfroh durch den Kopf. 
Ich lächelte immer noch und drehte mich belustigt um, als eine warme, harte Hand mir in den Nacken fuhr und ihn nach hinten riss.
Ich fiel...
Kurz vor dem Aufprall spürte ich wie sich ein Arm um meine Taille legte und den Sturz sofort abbremste.
Ich spürte den muskolösen Arm- Es war ein Männerarm- und ich fühlte mich sicher.
Als ich mich umdrehte blickte ich in die hellblauen Augen von Anakin Skywalker und ich hatte das Gefühl, dass sie noch intensiver brannten, als sein Lichtschwert.

Während sein Blick in Kaylens vor Schreck aufgerrissenen Augen versinkt, spüre sie, wie er ihre Hüfte loslässt und kurz darauf mit einem erschrockenen Blick zurücktritt. Er wirkte nun bei weitem nicht mehr so selbstsicher, wie sonst und sie sah wie er mit dem Daumen über seinen Handballen rieb, der sich eben noch verdächtig fest an ihre Hüfte gepresst hatte.
>>Du solltest aufpassen, wo du hinsiehst, wenn du einen Verfolger abschütteln willst.<<, fuhr er sie an.
Dann drehte er sich um und ging zu ihrer gemeinsamen Trainingstasche, die diverse Kampfgeräte enthielt und die Kaylen noch nicht mal ansatzweise bedienen konnte.
Das würde sie wohl noch alles lernen müssen, dachte sie und lief Meister Skywalker hinterher, der ohne ihr Bescheid zu sagen, die Tasche über seinen Rücken warf und einfach aus der Übungshalle schlenderte. 
Während sie, wie ein Säuberungsdroide stupide hinter ihm herlief, konnte sie nicht anders, als seinen starken Rücken und den leicht verschwitzten Nacken, seiner Rückenansicht zu begaffen.
Verdammt! Reiss dich zusammen!, rief sie sich gedanklich zur Ordnung und schauderte aufgrund ihres jediverachtenden Gedankenganges. Doch wieder wanderte ihr Blick zu ihm und sie betrachtete schmachtend die goldenen Locken, die sich in verwuschelten Strähnen über seinen Nacken legten.
Das war ja echt zum heulen!, intoniesierte sie in ihren brodelnden Gedanken. Es ist verboten! Und außerdem würde er sie doch sowieso niemals auf diese Weise beachten. Das könnte sie allerdings verschmerzen...
Vielmehr tat es weh, dass sie diese Gefühle hatte. Sie schaute verbittert zur Seite. Sie wollte doch eine Jedi werden und nicht schon in ihrer ersten Lernstunde über das Brechen des Jedi- Kodexes nachdenken. Das kann nicht sein! Es durfte nicht sein...
Im Moment hatte sie echt schlechte Karten, was die Hochachtung seitens Meister Skywalker betraf.
Dies war kein Kampf zwischen Padawan und Meister gewesen, sondern ein Kampf der Trampeltiere.
Und das Trampeltier war SIE!
Sie kamen an den Quartieren an und Kaylen verabschiedete sich formell von ihrem Meister. Dann drehte sie sich betäubt um und verschwand in ihre Kabine. Kurz bevor die Schließtür in seine elektronischen Schaniere raste, sah sie kurz, wie er ihr nachdenklich in die Augen sah... Dann trennte die tür die Sicht und Kaylen ließ sich ebenso verwirrt auf ihre Koje fallen. Und schwafelte seufzend vor sich hin.
>>Ich mag ihn...<<
>>Er gefällt mir...<<
>>Ob er mich auch ein bisschen mag?<<
>>...<<
BUFF!
Sie hatte das Leinenkissen gegen die Wand gepfeffert und kreuzte die Beine übereinander, während ihre Hand zu ihrem Herzen wanderte. 
Es schlug unregelmäßig und stolperte leicht. Bis jetzt hatte noch niemand es geschafft sie so aus dem Konzept zu bringen. Sie war immer eine der ernsten und ruhigen Schülerinnen gewesen. 
...ruhig....
Sie war ihm bestimmt egal oder.
Interessierte er sie wirklich so sehr?!
Sie fand die Antwort in dem Moment, als ihr klar wurde, dass sie die Frage stellen musste.


Nächster Tag:

>>Neinnein!<<
>>Aber... Meister!<<
>>Nein!<<
>>Och Nööö...bitte!<<
Meister Skywalker packte Kaylens Pferdeschwanz und zerrte sie daran zurück.
>>Autsch!<<, maulte sie ihn an und ihm Gegenzug bekam sie ein schiefes Grinsen. 
>>Du wirst besser.<<, sagte er, Also wirst du jetzt den Heilkurs sausen lassen und weiter mit mir trainieren.<<, befahl er mit dunkler Stimme.
Sie tat so, als fände sie dies nicht gut... Um sich rar zu machen. Aber in Wirklichkeit gefielen ihr diese Besitzansprüche ausgesprochen gut. In ihrem Bauch feierte sofort eine Garnitur Schmetterlinge Rumba. Das Kaylen blieb, war aufgrund ihrer letzten Fortschritte unnötig, aber sie steckte ihm natürlich nicht, dass sie dies dachte. Dem Schein nach wollte er also noch ein wenig Zeit mit ihr verbringen und das fand sie einfach nur herrlich.
Ab und zu streifte seine Hand angeblich versehentlich ihren Hals, oder strich über ihr Schlüsselbein. Und ihre Augen blickten viel zu lange in seine blauen Augen, als es ein gewöhnliches Gespräch über Superkampfdroiden eigentlich mit sich brachte. Zwischen ihnen hatte sich eine erotische Spannung aufgebaut, die sich absolut nicht abschütteln ließ. Nun ja, sie musste gestehen, dass sie es auch gar nicht erst versuchte. Sie verdrängte ihr schlechtes Gewissen und genoß den Moment seiner Nähe- So kurz er auch war. Wenn wir nicht weiter gingen war das doch in Ordnung oder?
Oder?
Die Tage vergehen irgendwie, wie im Flug und ihre Trainingsstunden werden seltsamerweise immer länger.
Eines (wundervollen) harten Trainingstages aber kam es zu einem... "Vorfall."


Meister Skywalker lag auf Kaylens erhitzten Körper. Und sie dachte sie müsste sterben....

Flaschback:
Sie waren bei der vorletzten Lektion- dem kämpfen mit Händen und Füßen angekommen. Oder, wie Kaylen  gerne sagte dem Prügeln und kloppen. Als Kaylen eine total idiotische Gretsche machte und durch Meister Skywalkers Beine rutschte. Im Versuch sich an seinem schwarzen Stiefeln festzuhalten, riss sie ihn mit  und Meister Skywalker landete voll auf ihr drauf. 
Das war die Lagebeschreibung des "Vorfalls" und Kaylen hätte schwören können, dass es hundertprozentig nicht so sachlich abgelaufen ist, wie es sich anhörte.

Zurück zum "Vorfall"

Meister Skywalker schnappt nach Luft und... wurde leicht rot.
Kaylen wird knallrot und versuchte ruhig zu atmen, als sie den Druck seines Körpers auf ihrem spürte.
Sie spürte seine Hände, die sich langsam in ihre hellen Haare wühlen und für einen Augenblick, einen ganz kleinen Augenblick, streiften sich ihre Lippen. Kaylen starrt ihn fassungslos an. Er registrierte ihren pochenden Herzschlag... und sie den seinen.
Sofort rappelte ihr Meister sich auf und erhob sich von ihrem Körper.
>>Verzeih mir!<<, sagte er sehr ernst und half ihr auf.
Sie nickte nur.
>>Ich wollte das nicht.<<, murmelte er und es klang durchaus nicht glaubwürdig.
Sie nickte wieder und holte mit zitternden Händen ihre Tasche. Zusammen gingen sie betreten zu ihren Quatieren.
Das er gesagt hatte >>Ich wollte das nicht.<<, tat ihr sehr weh.


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